Schlafgrundlagen

Chronotypen: Lerche oder Eule?

⏱ 6 Min Lesezeit 🔬 Mit wissenschaftlichen Quellen 🗓 Stand: 2026

Manche Menschen sind morgens topfit, andere laufen erst spät zur Hochform auf. Dieser „Chronotyp“ ist zu einem erheblichen Teil biologisch verankert – und lässt sich nur begrenzt verschieben.

Was der Chronotyp ist

Der Chronotyp beschreibt die individuell bevorzugte Lage von Schlaf und Wachsein. Er wird unter anderem mit Fragebögen wie dem Morningness-Eveningness-Questionnaire (MEQ) oder dem Munich ChronoType Questionnaire (MCTQ) erfasst und hängt von genetischen Faktoren, Alter und Geschlecht ab.[1]

Verteilung der Chronotypen in der Bevölkerungextreme LercheMitteextreme EuleAnteil
Abb.: Chronotypen sind glockenförmig verteilt – die meisten Menschen liegen in der Mitte, ausgeprägte Lerchen und Eulen an den Rändern. Quelle: Roenneberg u. a.[1]

Lerche und Eule im Vergleich

🐦 Lerche (Morgentyp)

  • Wacht früh von selbst auf
  • Leistungshoch am Vormittag
  • Wird abends früh müde
  • Häufiger bei älteren Menschen

🦉 Eule (Abendtyp)

  • Kommt morgens schwer in Gang
  • Leistungshoch am Abend
  • Geht spät ins Bett
  • Häufiger bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen
Übersicht: Typische Merkmale der beiden Pole. Die meisten Menschen sind Mischtypen. Quelle: Übersichtsarbeiten zu Morningness-Eveningness.[1]

Mit dem Typ leben statt dagegen

Der Chronotyp verschiebt sich mit dem Alter: Kinder und ältere Menschen sind eher früh, Jugendliche und junge Erwachsene eher spät orientiert.[1] Wer dauerhaft gegen die innere Uhr lebt (etwa späte Eulen mit frühem Arbeitsbeginn), erlebt einen „sozialen Jetlag“ – das kann Schlafqualität und Stimmung belasten.

Licht ist der stärkste Taktgeber: Morgenlicht zieht die innere Uhr nach vorn, helles Licht am Abend verschiebt sie nach hinten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen

  1. Montaruli A/Roenneberg u. a. – Übersichten zu Chronotyp, Morningness-Eveningness und Munich ChronoType Questionnaire. https://www.frontiersin.org/journals/neuroscience/articles/10.3389/fnins.2022.811771/full

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