Schlafphasen
Melatonin ist der Bote der Dunkelheit: Die Zirbeldrüse schüttet es bei Nacht aus und signalisiert dem Körper, dass Schlafenszeit ist. Licht – besonders blaues – bremst diese Ausschüttung.
Melatonin wird vor allem in der Zirbeldrüse gebildet und fast ausschließlich bei Dunkelheit ausgeschüttet; deshalb gilt es als chemisches Signal der Nacht. Seine Ausschüttung folgt einem klaren Tagesrhythmus – hohe Werte nachts, niedrige am Morgen.[1]
Licht – insbesondere im blauen Bereich (etwa 460–480 nm) – unterdrückt die nächtliche Melatonin-Bildung. Schon vergleichsweise geringe Lichtintensitäten können die Ausschüttung dämpfen und den Rhythmus verschieben.[1] Das erklärt, warum helle Bildschirme und Zimmerbeleuchtung am Abend ungünstig sind.
Melatonin als Mittel wird vor allem bei Rhythmusstörungen wie Jetlag oder bei bestimmten circadianen Schlafstörungen erforscht und eingesetzt. Für die gängige chronische Insomnie ist es kein Mittel erster Wahl; manche Leitlinien sprechen sich mangels überzeugender Wirksamkeit eher dagegen aus. Einnahme, Dosis und Zeitpunkt am besten ärztlich abklären.
Der wirksamste „Melatonin-Booster“ ist kostenlos: abends Licht reduzieren und morgens helles (Tages-)Licht tanken, um die innere Uhr zu stabilisieren.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.